So weit so gut
07. 03. 2010 Köln, Hamburg, Köln, Hamburg, Köln, Hamburg, Köln, Hamburg...
Dass tiefes Blau meine aktuelle Lieblingsfarbe ist, trifft sich in Griechenland ganz gut:
Blau überall und so weit das Auge reicht: Blau als Nationalfarbe, dunkelblaues und türkises Meer, strahlend blauer Himmel, königsblaue Türme, Fenster und Haustüren.
Die griechische Insel Chios empfängt uns mit offenen Armen und gibt uns zum Abschluss der Saison noch einmal alles, was sie zu bieten hat. Und das ist in diesem kleinen, überschaubaren Mittelmeerparadies überraschenderweise mehr, als wir uns erträumt haben.
Wir sind uns einig: Das schönste Fleckchen Europa, das wir kennen.
Es fällt nicht schwer, sich in Chios zu verlieben.




Mit unserem Mietwagen erkunden wir die Insel. In 4 Tagen sehen wir fast alles (Chios ist winzig) und halten bei den schönsten Ecken an. Das Wetter ist traumhaft - die Sonne scheint immer, herbstlich mild und warm.
Ganz Griechenland liegt laut Wettervorhersage im Regen - außer Samos, Lesvos und Chios. Auf Chios regnete es zuletzt so richtig im April, im September nur 20 Minuten lang. So lässt es sich leben.
Traumhaftes vorübergehendes Zuhause: Unser Hotel auf Chios. In den zahlreichen kleinen Dörfern fühlt man sich wie zurück versetzt ins Mittelalter. Hohe, alte Steinmaueren, romantische Innenhöfe... eine Familie renovierte dieses Gebäude und eröffnete erst im Juni ein Hotel mit nur 5 Zimmern. Ein kleiner Schatz.
Fast alles ist sehr, sehr alt. Und das, was neu erbaut wird, folgt einfach den alten Strukturen und traditionellen Gestaltungen. Die Dorfstrukturen mit riesigen Schutzmauern drumherum sind original aus dem Mittelalter. Überall finden wir, meistens zufällig, Ruinen von Klöstern und Burgen, die wir erkunden. Ganz Chios ist ein riesiges Museum. Das Schönste: ein Museum, in dem man ganz allein ist! Wir beide waren gefühlt die einzigen Touristen auf Chios.
Pyrgi, ein Dorf, in dem kein Haus ohne diese typischen, kaleidoskop-artigen Verzierungen steht, die mit einer ganz eigenen Technik produziert werden.
Einige Dörfer, hier wieder Pyrgi, sind wie große Altenheime. Die Alten sind sehr süß, sitzen den ganzen Tag auf den Straßen, klönen, spielen Backgammon, und freuen sich entweder über Besuch oder beachten uns gar nicht.










Eine einsame Bucht, die man über eine Kletterstrecke über Felswände erreicht. Wir haben eine streunende Katze mit nur einem Auge dabei, die uns den ganzen Weg folgt. Leider haben wir nichts zu essen dabei und so bleibt ihr Ausflug mit uns erfolglos. Wir schauen uns den Sonnenuntergang an und anstatt den Weg im Dunkeln wieder zurück zu kraxeln, schwimm ich durch die Bucht an den Strand. Enttäuscht lassen wir die Katze zurück und zischen mit unserem Mietwagen-Flitzer ab Richtung Gambas & Mythos-Bier im Restaurant.
Auch auf Chios ist der Herbst angekommen. Mit den Herbsten aus der Kindheit (Kastanien sammeln im Friedeburgpark...) der Schönste, den ich je gesehen hab. Blätter verfärben sich Gelb und Rot, Laub liegt schon auf dem Boden... und das Beste: Die Sonne wärmt uns.
An unserem letzten Chios-Tag fangen wir an, zu wandern. Auf Lesvos werden zwei lange Wanderungen folgen. Diese auf Chios ist die anstrengendste: einen Berg runter bis zum Meer, dann wieder rauf. Insgesamt 3 Stunden laufen, die Pause mit Käse und Brot am Meer sehr genießen, beim Aufstieg am Ende alle Kräfte zusammennehmen, um die Wanderung trotzdem zu genießen und nicht leise zu fluchen - das dürfte mein Motivations-Trainer Henning auch nicht hören... Schön wars!
Ein wenig Wildlife in Form einer Heuschrecke. Wir sollten später auch noch einige Echsen sehen. Und unsere Highlights: 2 Schlangen auf Lesvos! Zu Lesvos später mehr...
Wilde Mini-Orchideen (oder, Mama?)