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07. 03. 2010 Köln, Hamburg, Köln, Hamburg, Köln, Hamburg, Köln, Hamburg...

Donnerstag, Oktober 23, 2008

Die wahre Attraktion des Masskara-Festivals: 2 bekloppte Deutsche

Wer ist hier falsch?

Wahrscheinlich hielten die uns alle fuer total bekloppt, dass wir uns in Bacolod zum Masskara-Fest haben blicken lassen. Das jedenfalls koennte der Grund sein, warum wir als einzige Weisse unter bestimmt 700.000 Filipinos zur heimlichen Attraktion des Wochenendes mutierten, staendig angestarrt, gelacht, gesprochen wurden. Was zum Teufel ist denn los mit uns, fragten wir uns schon, und ob 2 einzige Filipinos auf einem urdeutschen Fest eigentlich auch so verwundert, erfreut, verwirrt angeguckt werden wuerden?

Wir sind es ja gewohnt, in Suedamerika oder Asien als Fremde im Mittelpunkt zu stehen, aber das war wirklich aussergewoehnlich!

Kurioser als dieser Kollege?

Immerhin fuehlten wir uns einfach sicher aufgehoben und typisch asiatisch-hoeflich empfangen und damit besser als in einer vergleichbaren Situation in Suedamerika. Ich kann mich an keine Situation erinnern, in der ich mich in Asien je ernsthaft bedroht gefuehlt habe. Einzig als ich einmal 15 Minuten ohne Henning durch die Strassen lief fuehlte ich mich durch die Pfiffe und Worte, die ich nicht verstand, wie in eins der schlimmeren Viertel Perus zurueckversetzt. Aber das wars dann auch schon.
So war das Festival in Bacolod mit all den netten Menschen fuer uns einfach nur total witzig und supernett!!

(Uebrigens blieben wir nicht die einzigen Weissen. Wir sahen im Verlauf des Haupttages vielleicht noch 10 andere...)

ALLE Hostels, Pensionen und Hotels waren restlos ausgebucht. Nach nervenaufreibender Suche und mehreren Telefonaten haben wir dummen Fremden dann auch gemerkt, dass das Masskara-Festival fuer die Bewohner der Insel Negros wie Karneval fuer die Koelner und Brasilianer und die Stadt darum voellig ueberlaufen ist.
Ein Zimmer fanden wir dann doch - im besten 5-Sterne Hotel der Stadt. Gar nicht so leicht, sich vom Budget-Traveller-Denken zu loesen und mal so viel mehr zu zahlen. Als wir dann aber merkten, dass wir ja ueber 60 Euro in einem 3-woechigen Urlaub echt nicht nachzudenken brauchen, waren wir happy mit unserer Rueckzugsmoeglichkeit aus dem Chaos: einem komfortablen, klimaanlagengekuehlten, sauberen Zimmer mit tollem Bad und allerlei ueberfluessigem, dekadentem Hotel-Schnickschnack.


Mit Masskara wird in diesem Jahr zum 27. Mal die Staerke der Filipinos aus Bacolod gefeiert. Als vor 27 Jahren der fuer die Stadt wichtige Zuckerhandel extrem einbrach und der Untergang einer Faehre viel Unglueck anrichtete, beschlossen die Bewohner, sich und allen anderen mit einem grossen Fest zu beweisen, dass sie sich nicht unterkriegen lassen, was auch passiert. Sie setzten sich laechelnde Masken auf und tanzten durch die Stadt.

Heute ist der Aufzug tatsaechlich vergleichbar mit unserem Koelner oder dem Brasilianer Karneval - in Miniatur!Henning mit der Prominenz, dem Buergermeister Bacolods:)

Bis zu 15 Gruppen zeigen ihre Masken und (super!) Taenze und abschliessend wird ein Gewinner auf der Plaza gekuehrt.

Nie genug: Am Abend nach dem Umzug gehts fuer Schaulustige auf der Plaza weiter

Bis in die Nacht wird weitergefeiert und als Andenken dient ein Ohrwurm, der bis zum 28. Masskara anhalten wird: Getanzt wird von morgens bis nachts zu einem einzigen, eigenen Song.


Wir verbrachten den ganzen Tag und Abend mit Bummeln, Gucken und Lachen.
Die ansonsten sehr heruntergekommene Stadt Bacolod konnte den Ramsch durch das knallbunte Festival geschickt ueberdecken.

Wenn doch alle armen Staedte der Welt immer so bunt und froehlich sein koennten.
Wie frustrierend muss es sein, wenn am naechsten Morgen alles wieder vorbei ist.

Schoen fuer uns und gleichzeitig bedenklich, dass wir uns darueber keine Sorgen machen muessen. Es lohnt sich, dafuer immer dankbar zu sein.

Nach Sonnenaufgang um 6 am machten wir uns wieder auf den Weg, weiter, als es viele aus Bacolod je schaffen werden: nach Bohol in unser naechstes Inselparadies.

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