Die drei wichtigsten und bekanntesten Staedte des Karnevals in Brasilien sind Rio de Janeiro, Salvador und Olinda bei Recife.
Karneval ist vollkommen unterschiedlich in allen Bereichen des Landes und somit auch in diesen drei Hochburgen.
Hier kommt ein bisschen was ueber den Karneval in den drei Staedten, wenns eudch nicht interessiert, einfach scrollen...
Rio de Janeiro
Der Karneval von Rio erreicht seinen Höhepunkt in einem zweitägigen Umzug, der im "Sambódromo", einem in Form einer Tribünenavenue errichteten Karnevalsstadion, stattfindet. Während eines Jahres bereiten sich in den "Escolas de Samba" Tausende auf dieses Ereignis vor: Musik, Tanz und Formation werden immer wieder einstudiert, Themen diskutiert, Texte geschrieben, Lieder komponiert, Allegorien hergestellt, Kostüme entworfen und geschneidert. An den Umzugstagen präsentiert jede der grossen "Escolas" zwischen drei- und sechstausend Menschen im Sambódromo. Der Umzug ist wie eine Fussballliga in eine erste, zweite und dritte Division geteilt, mit Auf- und Abstieg. Eine Jury aus Punktrichtern beurteilt nach einem akribisch festgelegten Kriterienkatalog Originalität, Rhythmus, Choreographie, Tänzer, Kostüme, den Allegoriewagen und das Sambathema. Jede "Escola" hat wie ein Fussballklub "Torcedores" (Anhänger). Prestige kann eine Sambaschule gewinnen, wenn sich Prominente zu ihr bekennen oder in ihren Reihen tanzen.
Das Zusammenspiel aller Teile ist neben der peniblen Einhaltung des Zeitlimits für den Erfolg massgebend. Die Namen der Sambaschulen gehen in der Regel auf die Stadtteile, aus denen sie stammen, zurück. Es handelt sich dabei nicht um die Viertel der Reichen, sondern eher um die der Mittelschichten, der kleinen Leute und der umliegenden "Favelas" (Armenviertel).
Das Zusammenspiel aller Teile ist neben der peniblen Einhaltung des Zeitlimits für den Erfolg massgebend. Die Namen der Sambaschulen gehen in der Regel auf die Stadtteile, aus denen sie stammen, zurück. Es handelt sich dabei nicht um die Viertel der Reichen, sondern eher um die der Mittelschichten, der kleinen Leute und der umliegenden "Favelas" (Armenviertel).
Bahia - Salvador da Bahia
Salvador ist das Zentrum des grössten Strassenkarnevals der Welt. Von Mittwoch bis Aschermittwoch wird durchgetanzt nach dem Rhythmus der zahlreichen, auf ungetümen Lautsprecherwagen spielenden "Trio Eléctricos" - besonderes Kennzeichen des bahianischen Karnevals. Anders als in Rio, wo die meisten Veranstaltungen in Clubs organisiert sind und die Karnevalsschulen durch ein Stadion ziehen, findet das Spektakel in Salvador fast ausschliesslich auf der Strasse statt. Geschichtlich gesehen ist der bahianische Karneval schon getrennt entstanden, so der Dichter und Forscher Antonio Risério. "Auf der einen Seite der "weisse" Karneval der Salons mit Bällen in geschlossenen Clubs, wo Quadrillen und Walzer getanzt wurde. Auf der anderen Seite der Karneval der Schwarzen, der Karneval der Strasse, zum Samba der Batuques, zwischen Muscheln und Rasseln". Seither hat sich einiges geändert. Dennoch bleiben auch im Strassenkarneval Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft innerhalb der einzelnen Gruppen unter sich. Einzige Ausnahme ist zur Zeit Olodum, der auch bei der weissen Mittelschicht in Mode gekommene Afro-Block.
Salvador ist das Zentrum des grössten Strassenkarnevals der Welt. Von Mittwoch bis Aschermittwoch wird durchgetanzt nach dem Rhythmus der zahlreichen, auf ungetümen Lautsprecherwagen spielenden "Trio Eléctricos" - besonderes Kennzeichen des bahianischen Karnevals. Anders als in Rio, wo die meisten Veranstaltungen in Clubs organisiert sind und die Karnevalsschulen durch ein Stadion ziehen, findet das Spektakel in Salvador fast ausschliesslich auf der Strasse statt. Geschichtlich gesehen ist der bahianische Karneval schon getrennt entstanden, so der Dichter und Forscher Antonio Risério. "Auf der einen Seite der "weisse" Karneval der Salons mit Bällen in geschlossenen Clubs, wo Quadrillen und Walzer getanzt wurde. Auf der anderen Seite der Karneval der Schwarzen, der Karneval der Strasse, zum Samba der Batuques, zwischen Muscheln und Rasseln". Seither hat sich einiges geändert. Dennoch bleiben auch im Strassenkarneval Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft innerhalb der einzelnen Gruppen unter sich. Einzige Ausnahme ist zur Zeit Olodum, der auch bei der weissen Mittelschicht in Mode gekommene Afro-Block.
Pernambuco (mit Hauptorten Recife und Olinda)
Die dritte Karnevalshochburg von Brasilien liegt in Pernambuco. Es ist einer der ursprünglichsten und authentischsten Karnevals Brasiliens. Er begnügt sich nicht mit den drei herkömmlichen Karnevalstagen, sondern erstreckt sich über einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen. Nirgendwo sonst beweist der Karneval eine solche Vielfalt an Traditionen, basierend auf indianischen, afrikanischen und europäischen Riten. Schrill spielen die Bläser die immer gleiche Melodie, diesen Ohrwurm, den nach einer halben Stunde Karneval garantiert jeder nachsingen kann. Der Ohrwurm ist ein "Frevo" und klingt wie Polka- und Cancanmusik gleichzeitig. Frevo tanzt sich vorwiegend in der Hocke, unterbrochen von akrobatischen Sprüngen. Dazu schwingt der Könner ein kleines aufgespanntes Schirmchen über dem Kopf, um das Gleichgewicht zu halten. Was der Samba für Rio, ist der Frevo in Recife und Olinda. Durch die engen und steilen Gassen Olindas, die "Ladeiras", bewegen sich noch Umzüge ohne die üblichen Lautsprecherwagen und ohne die obligatorischen Sambaklänge. Neben dem Frevo bestimmen Blasorchester mit Tumbas und Posaunen das Bild sowie rurale afrobrasilianische und indianische Tanz- und Spielgruppen wie die farbenprächtigen Maracatús, Bumba-meu-bois und Caboclinhos. Die "Chocalo"-Glocken der Kostüme der Männer wiegen über 45 Kilo, und die Frauen in diesen Blocos tragen reich bestickte Brokat-Kostüme. Das närrische Treiben ist voller Magie, Folklore und Phantasie und repräsentiert mit Sicherheit den eigenartigsten Strassenkarneval Brasiliens.
Die dritte Karnevalshochburg von Brasilien liegt in Pernambuco. Es ist einer der ursprünglichsten und authentischsten Karnevals Brasiliens. Er begnügt sich nicht mit den drei herkömmlichen Karnevalstagen, sondern erstreckt sich über einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen. Nirgendwo sonst beweist der Karneval eine solche Vielfalt an Traditionen, basierend auf indianischen, afrikanischen und europäischen Riten. Schrill spielen die Bläser die immer gleiche Melodie, diesen Ohrwurm, den nach einer halben Stunde Karneval garantiert jeder nachsingen kann. Der Ohrwurm ist ein "Frevo" und klingt wie Polka- und Cancanmusik gleichzeitig. Frevo tanzt sich vorwiegend in der Hocke, unterbrochen von akrobatischen Sprüngen. Dazu schwingt der Könner ein kleines aufgespanntes Schirmchen über dem Kopf, um das Gleichgewicht zu halten. Was der Samba für Rio, ist der Frevo in Recife und Olinda. Durch die engen und steilen Gassen Olindas, die "Ladeiras", bewegen sich noch Umzüge ohne die üblichen Lautsprecherwagen und ohne die obligatorischen Sambaklänge. Neben dem Frevo bestimmen Blasorchester mit Tumbas und Posaunen das Bild sowie rurale afrobrasilianische und indianische Tanz- und Spielgruppen wie die farbenprächtigen Maracatús, Bumba-meu-bois und Caboclinhos. Die "Chocalo"-Glocken der Kostüme der Männer wiegen über 45 Kilo, und die Frauen in diesen Blocos tragen reich bestickte Brokat-Kostüme. Das närrische Treiben ist voller Magie, Folklore und Phantasie und repräsentiert mit Sicherheit den eigenartigsten Strassenkarneval Brasiliens.
Mein Karneval
Ich entschied mich fuer den Karneval in Olinda, da hier wie beschrieben der Karneval am authentischsten und privatesten ist. Die Stadt ist klein und ueberschaubar, alles zu Fuss erreichbar. Ich mag keine Menschenmassen - wenn ich mitten drin stecke. Ich mag mich auch nicht betatschen lassen im dichten Gedraenge nach verstecktem Geld oder einfach, weil ich eine Frau bin, und da ich als Alternative auch nicht viel fuer den Eintritt in die sicheren Karnevalsbloecke in Salvador (sowie fuer den Eintritt in das Sambastadion in Rio) zahlen wollte (100 - 1000 Reais pro Tag!), erschien mir Olinda perfekt.
Ich entschied mich fuer den Karneval in Olinda, da hier wie beschrieben der Karneval am authentischsten und privatesten ist. Die Stadt ist klein und ueberschaubar, alles zu Fuss erreichbar. Ich mag keine Menschenmassen - wenn ich mitten drin stecke. Ich mag mich auch nicht betatschen lassen im dichten Gedraenge nach verstecktem Geld oder einfach, weil ich eine Frau bin, und da ich als Alternative auch nicht viel fuer den Eintritt in die sicheren Karnevalsbloecke in Salvador (sowie fuer den Eintritt in das Sambastadion in Rio) zahlen wollte (100 - 1000 Reais pro Tag!), erschien mir Olinda perfekt.
Die Jugendherberge versprach mir ein 4-Bett-Zimmer... das sich mitten im Karneval ploetzlich in ein knallenges und sauheisses 8-Bett-Zimmer verwandelte.
Das ganze Hostel war voll - nicht nur Gringos, auch viele Brasilianer. Sofort waren wir eine grosse Gruppe, in der jeder mit jedem feiern konnte. Das Hostel bestand aus mehreren kleinen Haeusern, die einen Pool und eine grosse ueberdachte Flaeche mit Kueche, Tischen und vielen Haengematten umzingelten. Perfekt fuer Chillen und Party! Ich weiss nicht, wie viele Caipirinhas und Capetas (das Zeug macht munter - aus Schokolade, Cachaca oder Vodka, "Amazonaskoffein" Guaraná und Milch!) ich in den 5 Tagen Karneval trank... es waren viele! Morgens ging die Party auf den Strassen bereits los: Umzuege ueber Umzuege, zu Frevo und afrikanischen Trommelschlaegen tanzende Menschen ueberall.
Olinda ist der bisher heisseste Ort in Brasilien, sogar heisser als der Amazonas. Fuer uns Ungeuebten eine schwere Aufgabe... so konnten wir echt nicht jeden Tag komplett wie die Einheimischen durchhalten, sondern hoechsten 3 Stunden mitlaufen und anschliessend wieder im Pool verschwinden. Aber die Zeiten tagsueber in den Paraden waren die schoensten. Das Symbol des pernambucischen Karnevals ist ein bunter Regenschirm, mit dem auch getanzt wird.

Natuerlich waren wir voll ausgestattet mit Regenschirm, Regenschirm-Ohrringen und Oberteil sowie Blumenketten und Spruehschaum (wie die Kinder!)!
Abends ging die Party dann weiter mit grosser Hauptbuehne auf dem Platz und Bands.
Waehrend des Karnevals denkt glaube ich niemand je daran, dass die Zeit einmal enden koennte. Von mir aus haette es einfach so weiter gehen koennen, und irgendwie bin ich auch wirklich davon ausgegangen. Als es ploetzlich hiess "Morgen ist letzter Tag" (und ich an dem Tag auch noch den Kater meines Lebens hatte), konnte ich es kaum glauben!
Als ich dann einen Tag nach Karnevalsende morgens auf die Strasse trat, glaubte ich meinen Augen und Ohren kaum. Die Strassen waren leer und alles war ruhig! Wie seltsam einem diese Stille ploetzlich vorkam. Unglaublicherweise war fast alles wieder sauber!
Am spaeten Nachmittag sah Olinda aus wie vorher, und auch Recife, das ich auf meinem Weg zum Flughafen sah, war sauber bis in die letzte Ecke (nagut, in der lag manchmal noch ein riesiger zusammengefegter Muellhaufen herum). Karnevalsgeuebt und gut organisiert, die Brasilianer!
(Fotos vom Karneval kommen erst spaeter, ich finde mein Kabel nicht)
Eigentlich wollte ich nach dem Karneval nach Salvador. Meine Freundin Ellen, Brasilianerin, mit der ich vorher schon in Praia da Pipa und Joao Pessoa war, wohnte dort den Karneval ueber bei einer Freundin und lud mich ein.
(Uebrigens wollte auch sie den Karneval eigentlich mit mir in Olinda verbringen. Dieses verrueckte Huhn ist aber so Salvador-karnevalssuechtig, dass sie jedesmal, wenn sie Salvador-Musik hoerte, Gaensehaut bekam und Traenen in den Augen hatte, so dass ich sie letztendlich ueberzeugte, doch nach Salvador zu fahren). Sie sagte: Man wisse ja nie, ob sie nicht naechstes Jahr verheiratet waere, und ab dann gaebe es keinen richtigen Karneval mehr im Leben, denn zum Karneval gehoert Kuessen Kuessen Kuessen!
Irgendwie war mir ploetzlich nicht mehr nach Salvador und langen Busfahrten bis in den Sueden. Irgendwie geschah das gleiche wie im Norden Perús, als ich ganz spontan nach Iquitos flog: Ich brauchte einen Tapetenwechsel. Noch dazu hatte ich das Gefuehl, dass mein Geld mir einfach so zwischen den Fingern durchrinnt, und wenn ich auf mein Konto schaue und mir ueberlege, wo ich davon noch mit hin moechte (zum Beispiel zurueck nach Lima, weil ich von dort ja fliege)...hui. Und dann... ja, kam auch ploetzlich so eine grosse Freude auf Zuhause auf. Wie ich sie vorher noch nicht hatte. Alles in allem hatte ich also den dringenden Verdacht, dass ich einfach sehr schnell raus muss aus dem momentan teuren Brasilien. Und vorher noch Rio de Janeiro, damit ich ENDLICH mal dort bin und Iguacu.
Also entschied ich mich, alles zu kippen, auch wenn es wahrscheinlich sehr schade ist und ich mich sicherlich irgendwann fragen werde, warum ich das verdammt nochmal getan habe. Aber mit solchen Gedanken kann man ja keine Entscheidungen treffen im Leben (ha! Und das von mir, der schnellsten und sichersten Entscheidungstrefferin des Jahrhunderts!).
Also habe ich am Flughafen das Schnaeppchen meines Lebens geschossen: das Flugticket von Recife nach Rio.
(Rio wird hier uebrigens Hio ausgesprochen, die Brasilianer rollen eh total selten das 'r', forró, ein Musikstil aus dem Nordosten, wuerde im spanischen stark gerollt werden, wird hier aber fohó gesprochen. Perfekt eigentlich fuer mich, da ich das 'r' ja immer noch nicht rollen kann!)
Am naechsten Morgen landete ich bereits in Rio und hatte hier eine der geilsten Zeiten der Reise ueberhaupt.
Ich lernte supernette Menschen kennen und meine Tagen waren voller spannender Aktivitaeten.
Ein Highlight: Die Karnevalsparade!
Karneval in Rio ist zwar schon vorbei, aber die sechs Gewinner-Sambaschulen veranstalteten am Samstag eine letzte Parade durch das Sambódromo!
Perfekt!
Nachdem ich in Olinda natuerlich ueberhaupt nichts von dem Karneval, den wir aus dem TV kennen, gesehen habe, war es jetzt umsomehr soweit.
Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie grossartig, kreativ, glitzernd, witzig, ausgefallen, schoen die Kostueme der Sambaschulen waren! Und die Musik...und die Sambataenzerinnen...wie kann man denn bitte SO mit den Hueften wackeln?
Wow! Ich haette anfangs nicht gedacht, dass ich von 21.00 bis 4:30 nachts durchhalten kann. Aber jede Sambaschule ist anders, hat ihre eigene Musik und begeistert aufs Neue. Jeder tolle Wagen, jedes tolle Kostuem bringt wieder ins Staunen, keine Chance, muede zu werden!
Ach, was rede ich hier, ich muss euch einfach mal Bilder zeigen.
Ich hatte meine Kamera nicht mit, dafuer ein Oldenburger, mit dem ich dort war. Die Fotos kann ich mir also erst in Deutschland in Oldenburg abholen, aber dann lade ich noch die besten Bilder hoch.
Das zweite geniale Erlebnis war Fussball, Halbfinale zwischen zwei lokalen Mannschaften, Flamengo gegen Vasco.
Flamengo gewann im Elfmeterschiessen 1:3. Das Stadion war leider nicht voll, da die Tickets fuer dieses wichtige Spiel ueberteuert verkauft wurden. Immerhin waren trotzdem 70 % der Plaetze im drittgroessten Stadion der Welt belegt, was mehr als ausverkauft in vielen deutschen Stadien bedeuten wurde! Die Stimmung: geil, das Stadion bebte. Aber ich musste leider feststellen, dass die Flamengo-Fans absolute Erfolgsjubler sind. Wenn es zwischendurch schlecht lief, zum Beispiel in der gesamten zweiten Halbzeit und zu Beginn des Elfmeterschiessens, kam da nichts.
Dafuer, als es wieder gut lief und am Ende gesiegt wurde, umso lauter und heftiger!
Uebrigens wollte ich auch noch eine gefuehrte Favela-Tour machen, die die Frau im Hostel dann aber total verpeilt hat und deshalb fuer mich ausfiel. Wenn ich bald mal Zeit habe, schreibe ich euch sehr Interessantes ueber die groesste Favela Rios, "Rocinho".
Das wars erstmal!
Bin in Foz do Iguacu, 25 Minuten Busfahrt von Paraguay und Argentinien entfernt.
Ciaoi!
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