Ist das nicht eine gute Idee? Ab jetzt schreibe ich euch in diesem Blog und es bleibt euch ueberlassen, was ihr euch anschauen wollt und was nicht. Vielleicht bekomme ich dann auch meine Faulzeiten und Schreibanfaelle in den Griff, soll heissen, schreibe regelmaessiger und bombadiere euch nicht mit Riesen-Emails.
Wo ich gerade bin...
In Cusco, der ehemaligen Inka-Hauptstadt im Suedosten Perus, am Rande des peruanischen Regenwaldes. Zum dritten Mal. 9-13 Stunden Busfahrt von Arequipa.
Aber warum eigentlich?
Ich wollte schon vor 2 Wochen "nach Hause", nach Arequipa, zurueck, und zwar schoen umstaendlich und guenstig von La Paz in 14 Stunden in mehreren Bussen.
Meine Mitbewohnerin Hedwig durchkreuzte meine Plaene allerdings, indem sie mir schrieb, fuer 2 Wochen mit dem MMI auf einem Projekt und daher bis zum 17.11. nicht in der Wohnung zu sein. Schade!
Ich habe keine Lust, in Arequipa und der Wohnung alleine zu sein, ohne Hedwig machts keinen Spass, und geheuer ist es mir auch nicht (ja, ich bin ein Angsthase). Also aenderte ich meine Plaene ebenfalls kurzerhand, nachdem mir einfiel, den Machu Picchu noch nicht gesehen zu haben. Seit 5 Monaten in Peru und keins der groessten Touri-Highlights abgearbeitet, Schande!
Ich war so stolz auf den ausgetueftelten Plan, nicht auf den teuren Touri-Zug aufzuspringen, sondern in Eigenregie per Bus und Fussmarsch zur kleinen Stadt Aguas Calientes am Fusse des Machu Picchu zu gelangen. Der Reibach, der mit in der Hauptsaison taeglich hochsteigenden 1.000 Touristen gemacht wird, ist unglaublich!
Zug fast 60 Dollar, Machu Picchu 38 Dollar (waum war ich bloss nie Studentin? Mit Studentenausweis gibt's alle moeglichen Verguenstigungen sogar all over Suedamerika...), Hotel und so weiter!
In meinem 6-Bett-Dormitorio schlief auch ein Typ aus den USA, der den gleichen Plan hatte wie ich, wie sich nach 5 Minuten Gespraech herausstellte.
Die aufgrund gerade begonnener Regenzeit geaenderten Busplaene machten uns ein Strich durch die Rechnung, und somit landete ich letztendlich doch im Zug.
Nach einer Nacht im kleinen Oertchen Aguas Calientes, das staerker auf allen-Kram-kaufende-Touris gar nicht eingestellt sein koennte, ging es morgens um 06:30 mit dem ersten Bus die 400 Meter hinauf zum Machu Picchu.
Ich hatte keine grossen Erwartungen...und vielleicht gerade deshalb...


...trieb mir der erste Anblick des gesamten in Nebel gehuellten Machu Picchu die Traenen in die Augen. Ich war weniger ueberrascht von dieser ungewollten Reaktion als mehr vollkommen ueberwaeltigt von dem unglaublich wunderschoenen, mystischen Anblick der fast vollstaendig erhaltenen, leerstehenden Ruinenstadt.

Da in den Yungas, den "Augenbrauchen des Dschungels" (Uebergang vom Hochland zum tropischen Tiefland), gelegen, besteht die Flora und Fauna der Region um den Machu Picchu sowie der Berg Machu Picchu selbst aus unendlich vielen verschiedenen tropischen Pflanzen (z. B. vielen Orchideen-Arten). Die gesamte Stadt Machu Picchu wurde nachdem sie von den letzten Inkas verlassen wurde vom Dschungel ueberwuchert und dadurch sowie durch ihre perfekte strategische Lage auf der Bergspitze mit Aussicht in die wild bewachsenen Taeler nicht von den spanischen Conquistadoren und Pluenderern gefunden. Dadurch ist sie das bisher bekannte groesste komplett erhaltene Inka-Erbe der Menschheit. Die Stadt war bis zu ihrer offiziellen Entdeckung durch einen Amerikaner staendig in den nicht bewachsenen Teilen von zwei indigenen Familien bewohnt und der Quechua-Bevelkerung seit jeher bekannt. Alle Schaetze inkl. mehrer Mumien sind Geruechten und mehreren Zeugen zufolge vom amerikanischen Entdecker geraubt worden und befinden sich seitdem in der Yale-Universitaet in den USA. Wer weiss das schon, jedoch seltsam, dass kein Museum der Welt auch nur einen Gegenstand aus der umfangreichen Macu Picchu-Sammlung vorzeigen kann...




Der Nebel steigt langsam auf, die Sicht wird immer besser und mehr von den Ruinen wird sichtbar...




Nach der 2-stuendigen Besichtigungstour verbrachte ich 6 weitere Stunden auf dem Berg. Kleine Wanderungen fuehren zu dem Sonnentor und einer von den Inkas gebauten Bruecke ueber eine kleine Schlucht. Das schoenste an den Wanderungen war die Landschaft!

Und das bin ich! Fuer Stunden sitzend und einfach nur guckend...
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