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Neidisch? Ihr wollt auch? Was haelt euch noch?

So weit so gut

07. 03. 2010 Köln, Hamburg, Köln, Hamburg, Köln, Hamburg, Köln, Hamburg...

Sonntag, November 26, 2006

Mein erster Trek!

"Damit komm ich nicht ein ganzes Jahr durch" dachte ich, als ich die Versuchung spuerte, mich wiederholt vor einem Trek zu druecken und die bequeme Busalternative zu waehlen. Das heisst nicht, dass ich gerne in einem Bus mit fetten, oberflaechlichen "Ich-bleib-nur-2-Wochen-aber-trage-die-komplette-Touri-Trecking-Ausruestung"-Touris sitze. Das heisst, dass ich generell selbst einfach faul bin.
Dieses Mal hatte mein Monster keine Chance!
Ich quaelte mich nachts um 1 aus der Wohnung - nein, ich hatte vorher nicht geschlafen, und ja, ich hatte den fuerchterlichsten Kater aufgrund des fuerchterlichsten Alkoholabsturzes meiner gesamten Arequipa-Zeit. Haette Guide Maria nicht um 18 Uhr in der Wohnung gestanden, um sich zu vergewissern, dass sie die richtige Adresse hatte, waere ich ausserdem weiterhin in dem Glauben geblieben, die Tour wuerde erst in der naechsten Nacht starten und haette nachts um 1 friedlich geschlafen!
Ein wenig chaotisch alles, aber es ging wie immer gut, und das ist ja die Hauptsache.
"Glueck muss man koennen", oder wie war das.

Nach der kaeltesten naechtlichen Busfahrt der Welt starteten wir morgens von Cabanaconde aus, und stiegen fuer 3,5 Stunden die 1.000 m tief in den Canyon hinab.
Wir ueberquerten den kuemmerlichen Fluss und assen auf der anderen Seite waehrend einer 2-stuendigen Pause zu Mittag.
Weiter ging es fuer weitere 3,5-4 Stunden bergauf, bergab, bergauf, bergab, bergauf...
Uebernachtet wurde in einfachen Camps.
Die Nachtuhe wurde gegen 2.30 unterbrochen - um 3 Uhr nachts standen wir wieder bereit zum Aufstieg!
3,5 Stunden spaeter und 1.000 m hoeher (!) erreichten wir Chivay, von wo aus es mit dem Bus zum Cruz del Condor ging.

Das ist der Canyon! Uebrigens nicht, wie immer wieder irrtuemlichweise gesagt wird, der tiefste der Welt, sondern der zweittiefste. Der tiefste ist der Cotahuasi, der auch in der Naehe Arequipas liegt, und den Colca um ganze 160 m Tiefe schlaegt. Der Colca ist mit ueber 3.000 Tiefe uebrigens fast doppelt so tief wie der Grand Canyon! Na, habt ihr schon mal in 3 Saetzen so oft das Wort "tief" gelesen?
Der kleine geschlaengelte Weg entlang des Berghanges ist uebrigens unsere Route!

Der Trek war hart und anstrengend, aber hat ungeahnt viel Spass gemacht! Die kleine Peruanerin rechts ist Maria, die diese Tour als Guide seit 3 Jahren 2 mal woechentlich unternimmt.
Unglaublich, dass in diesem Klima so viel wachsen kann! Im Canyon liegen verschiedene malerische Doerfer alter Indianerstaemme, die in ihren kleinen Gaerten unglaublich viele exotische Fruechte anpflanzen! Leider konnte ich nur einen noch sauren Apfel vom Baeumchen klauen - die Reifezeit ist noch nicht angebrochen.
Auf dem Hauptplatz eines kleinen Doerfchens im Canyon. Die Bewohner des Colcas verfuegen ueber keine Moeglichkeit, sich ueber Strassen und mithilfe von Fahrzeugen fortzubewegen. Die langen Wege hinauf in die Stadt, wo sie ihre Fruechte verkaufen, und hinunter in ihre Doerfer legen sie ausschliesslich zu Fuss und mit Mulis, Eseln und Pferden als Lasttiere zurueck.

Waehrend unseren Wanderungen trafen wir viele sehr alte Menschen, die sich auf ihren verstaubten Fuessen mit einfachen, zerfetzten Latschen immer noch taeglich auf den Weg machen! Unglaublich, welche Lasten sie tragen. Und beeindruckend, welche Freundlichkeit sie einem entgegenbringen!

Mit Mulis sich auch der Arzt bei Notfall-Einsaetzen fort. Ich brauche euch nicht zu sagen, dass dementsprechend viele Notfalleinsaetze schon keine Notfaelle mehr sind, wenn der Arzt eintrifft.


Ein Hinterhof eines fuer diese Region typischen mit Stroh gedeckten Adobe (Lehm-) haeuschens. Die auf mich zu rennende Bestie konnte mich nicht rechtzeitig vor dem Abdruecken bewahren, aber dann wurde Flucht ergriffen!


Die Wunderavocados! Einige deutsche Entwicklungshelfer wollten vor einigen Jahren die Region mit manipulierten Obst-Samen begluecken. So wurden durch Kreuzungen besonders grosse, leckere Aepfel und eben diese Avocados mit besonders cremiger Konsistenz gezuechtet. Die Folge dieser Arbeit ist, dass sich die Frau des damaligen Dorf-Buergermeisters diese bevorteilten Samen unter den Nagel riss und nun sozusagen als einzige "unter Lizenz" die besten Avocados der Gegend verkauft.

Eine typische Tracht des Colcas
Der Cruz del Condor - der beruehmte Aussichtspunkt, an dem morgens in der Schlucht fliegende Condore gesichtet werden koennen. Hier allerdings der Cruz del Condor ohne Condor - denn wir sahen nur einen einzigen chiquitito-winzigen Babycondor. Der Mirador ueberzeugte mich als von Touristen ueberfuellte Sehenswuerdigkeit, die ich weder schoen noch beeindruckend fand, ueberhaupt nicht.
Frauen breiten jeden Tag ihre Wolldecken mit Alpakka-Kleidung, Tonfiguren und anderen Touristenartikeln aus

Abschliessender Blick in das Tal - dieses wie die gesamte Landschaft rund um den Aussichtspunkt und im Canyon wunderschoen durch die vielen kleinen Doerfer!

Trautes Heim, Glueck allein


Gehoert zu den beruehmten "1000 Dingen, die du gemacht haben solltest, bevor du stirbst" (oder wie auch immer sich dieses zweifelhafte Buch schimpft) eigentlich auch, eine Wohnung in einem anderen Land gemietet zu haben? Fuer mich gerade schon - auch wenn es mit Sicherheit nicht das letzte Mal war. Es sei denn, das naechste Mal wird's gleich ein Haus, natuerlich.
Seit knapp 2 Monaten leben Hedwig und ich in einem wunderschoenen Appartement in Arequipa, wobei meine Aufenthalte dort sich nicht wirklich als "leben" bezeichnen lassen. Nachdem nach 3 Tagen Suche (nach 2 Tagen hoffnungsloser Suche glaubten wir nicht mehr an ein so schnelles und gutes Ende) der Mietvertrag von Hedwig unterschrieben und die wichtigsten Einrichtungsgegenstaende innerhalb von 2 darauffolgenden Tagen besorgt wurden, verbrachte ich noch weitere 3 Tage im neuen Heim, bevor ich mich fuer 6 Wochen auf Reise machte.
Tja, und jetzt bleibt mir ja leider gerade mal noch eine Woche, bevor es weiter geht.
Selbst schuld... meine Reiseplaene gestalte ja schliesslich ich.

Uebrigens wohnen wir direkt in der Mitte von allem: hinter dem einzigen grossen Einkaufszentrum Arequipas mit groesstem Supermarkt und Kino (morgen Kinotag fuer 3,50 Soles, juhu), 3 Gehminuten von der Hauotstrasse mit Banken, Internet, Tausenden von Busverbindungen, Restaurants...



Und jetzt zeige ich euch mal, wie es in unserem Gringa-Reich aussieht!






Zu diesem sonnigen Patio kommt durch die Haustuer - klar. Hier gehen alle Zimmertueren ab, diese Tuer fuehrt zum Beispiel in Hedwigs Zimmer und von dort aus weiter ins Wohnzimmer und in mein Zimmer. Mein Zimmer kann ich auch alleine vom Patio betreten. Rechts nicht zu sehen ist die Kuechen- sowie Badtuer.

Sicherheit muss sein - Blick aus meiner Zimmertuer in den Patio mit Kuechentuer. Das Becken zum Ab- sowie Waesche waschen befindet sich in der Ecke hinten, ist in peruanischen Haeusern meistens nicht in der Kueche! Haus ist ein gutes Stichwort - eigentlich bewohnen wir keine Wohnung, sondern ein Flachdachhaus, da oben ausser eines Daches zum Abladen von riesigen Mengen Geruempel nichts mehr kommt. Wir haben unseren eigenen Eingang und werden von niemandem gestoert.

Die Kueche. Ich habe ja gesagt, nur die wichtigsten Gegenstaende sind vorhanden. Aber mehr braucht man ja auch nicht...

Das Wohnzimmer mit Mitbewohnerin. Blick von meinem Zimmer - denn bisher ist beides noch eins, wird aber bald getrennt.

Und zum Schluss ein kleiner Schatz: Dieses Radio - ja, ein Radio! - wurde fuer uns in der Wohnung gelassen. Super Klang und eine tolle Kommode - man muss ja auch praktisch denken.

Samstag, November 18, 2006

Reisen

Als ich vor 6 Wochen nach Bolivien aufbrach, machte sich einige Stunden vorher beim Packen meines Rucksackes ein sonderbares Gefuehl in mir breit, verdrang kurzzeitig meinen "Ich will rauss hier und reisen, egal was passiert"-Willen.Kennt ihr diese kurzen Anfluege, die einem ein "Was zum Teufel mach ich hier eigentlich?" durch den Kopf jagen und in sekundenschnelle alles vorher gedachte, geplante, da gewesene in einem komplett anderen Licht erscheinen lassen? Dann wisst ihr auch, wie es sich, genau so schnell wie es gekommen ist, wieder verfluechtigt und nichts als Unverstaendnis zuruecklaesst - wie sehr man sich auch das Hirn verrenkt, man kann die eigenen Zweifel nicht mehr nachvollziehen und denkt absolut so wie vorher. (Ist das eigentlich normal oder passiert das nur Personen, die eh gerne mehrmals taeglich spontan ihre Meinung aendern?)

Ich veranschiedete mich vorerst nur fuer 4 oder 6 Wochen, aber meine Gefuehle gaukelten mir etwas anderes vor: Jetzt ist fast die Zeit gekommen, in der du dich fuer immer verabschiedest.Die letzte Umarmung von Hedwig und ihr "Cuidate" (Pass auf dich auf) trieben mir die Traenen in die Augen (hast du das eigentlich gesehen, Hedwig:)?).

Meine Reise war, wie ihr lesen konntet, spannend, aufregend, erlebnisreich. Ich habe viele tolle Menschen getroffen mit denen ich immernoch Kontakt habe und weiterhin haben werde - und damit einige neue "Zuhause" auf der Welt.Es ueberrascht mich immer wieder, wie sehr negative Erlebnisse, derer ich nun ja schon einige hatte (z.B. Diebstaehle...) einem letztendlich durch die liebevolle Hilfe anderer Menschen meistens doch wieder so viel Positives geben und einen spuren lassen, dass man nicht alleine ist und nie sein wird, und dass es doch so viel Gutes im Menschen gibt.

Dennoch fuehlte mich in der Zeit in Bolivien oft gespalten.Ich habe mir fuer meine erste Allein-Rucksack-Reise das aermste Land Suedamerikas ausgesucht. Mehr als zwei Drittel der 8,5 Millionen Bolivianer leben von weniger als einem Dollar pro Tag, das bedeutet extremste Armut. In den Staedten streifen Jungen, die oft kaum älter als fünf Jahre sind, durch die Straßen und bieten ihre Dienste als Schuhputzer an. Einmal Schuheputzen kostet bei ihnen einen Boliviano, das sind elf Cent. Viele von ihnen sind obdachlos und schnüffeln Klebstoff. Im Hochland der Anden leben viele Bauern ausschließlich von Kartoffeln. Sie wohnen in strohgedeckten Lehmhütten und müssen auch bei Temperaturen unter Null ohne Strom und sauberem Trinkwasser auskommen. Die Hälfte der Kinder in Bolivien unter fünf Jahren ist wegen Unterernährung im Wachstum zurückgeblieben.Ich sehe diese Dinge auch im armen Peru, und haette nie gdacht, dass der Unterschied zwischen den beiden Laendern so fuehlbar ist. Aber das ist er. Deprimierend, zumal ich momentan das (uebrigens empfehlenswerte) Buch "Die offenen Adern Lateinamerikas von Eduardo Gelaeno lese, dass die Geschichte der Armut dieses Kontinents und somit gleichzeitig des Reichtums Europas und der USA erklaert.

Oft standen mir die Traenen in den Augen, und ich wusste nicht, was besser ist: Einfach fluechten um es nicht mehr mit anstehen zu muessen, meine Augen ausschliesslich auf die schoene Landschaft und all die teuren Touri-Attraktionen zu lenken, die die meisten Bolivianer niemals sehen werden, oder diese Welt mit schonungslosen Augen und nicht mit denen eines typischen "Ich hetze schnell die besten Spots des Landes ab und schiesse ab und zu Fotos eines armen suessen Kindes"-Touris zu anzusehen?

Gleichzeitig ist die angespannte Stimmung im Land spuerbar - von Hoffnung wegen des neuen Praesidenten bis zu Massenabwanderung wegen fehlender Zukunft.Ich fuehlte mich schrecklich wegen meiner Haut- und Haarfarbe und meines Geldes.Ich fuehlte mich "gehasst" und unfreundlich behandelt von vielen Menschen - und bis auf Ausnahmen war es sicherlich auch so.

Und an das ohne Kompromisse Allein-Sein muss man sich erst einmal gewoehnen.

Ich weiss, dass es unmoeglich ist, die erstgenannten Gefuehle zu verdraengen. Und wiederum lerne ich daraus auch sehr viel ueber die Laender, Politik und Geschichte.

Und ich weiss auch, dass die Gefuehle waehrend des Allein-Seins/Allein-Reisens ein Prozess sind, durch den ich muss! (waere ja gelacht...)
Da bin ich schliesslich nicht die erste!

Dieses Geschreibsel aenderte mittendrin die Richtung, in die ich eigentlich wollte.Ich wollte euch nicht volljammern - sondern eigentlich auf etwas hinaus, was Emotionen heisst.Denn mit meinen kann ich gleich einen riesigen Emotionen-Shop aufmachen - sach' was, hat 'se!

Es fing mit Malaysia an, und ein Ende ist noch nicht in Sicht.Und das macht mich andererseits auch verdammt gluecklich!

In den vergangenen Monaten aenderte ich meine Reiseplaene staendig und bin noch nicht durch damit. Das werde ich sicherlich auch bis zum Ende nicht sein, aber es macht Spass, wie ich lustig bin mir irgendetwas auszudenken, mich darauf zu freuen, und es nachher wieder zu verwerfen, weil es etwas Neues gibt, von dem ich mich in Sekundenschnelle begeistern lasse.
Reisende Backpacker, die ich treffe, und deren Routen begeistern und inspirieren mich.Es gibt so viele Orte zu entdecken auf der Welt!

Ja, ich merke, ich schreibe gerade doch wieder in Touri-Manier! Aber genau dieser krasse Unterschied zwischen der eigenen Entdeckerlust und Moeglichkeiten (!) und der anderen Welt, durch die man reist, ist es ja, was mich hier staendig mitnimmt, beeinflusst, veraendert, nachdenken laesst.

Vielleicht konnte ich euch ein Stueck meiner kleinen Reise-Welt verstaendlich machen.
(Und dann noch ein Tip: das muesst ihr auch ausprobieren!)





Im "Mama Afrika" in Cusco - hier haengen nicht nur von mir Erinnerungen!


Diese lustige Runde besteht aus einem Ami, einem Englaender, einer Neuseelaenderin, einer Hollaenderin und zwei Deutschen.

Mittwoch, November 15, 2006

Machu Picchu - Eine Legende mit eigenen Augen sehen



Ist das nicht eine gute Idee? Ab jetzt schreibe ich euch in diesem Blog und es bleibt euch ueberlassen, was ihr euch anschauen wollt und was nicht. Vielleicht bekomme ich dann auch meine Faulzeiten und Schreibanfaelle in den Griff, soll heissen, schreibe regelmaessiger und bombadiere euch nicht mit Riesen-Emails.

Wo ich gerade bin...
In Cusco, der ehemaligen Inka-Hauptstadt im Suedosten Perus, am Rande des peruanischen Regenwaldes. Zum dritten Mal. 9-13 Stunden Busfahrt von Arequipa.

Aber warum eigentlich?
Ich wollte schon vor 2 Wochen "nach Hause", nach Arequipa, zurueck, und zwar schoen umstaendlich und guenstig von La Paz in 14 Stunden in mehreren Bussen.
Meine Mitbewohnerin Hedwig durchkreuzte meine Plaene allerdings, indem sie mir schrieb, fuer 2 Wochen mit dem MMI auf einem Projekt und daher bis zum 17.11. nicht in der Wohnung zu sein. Schade!
Ich habe keine Lust, in Arequipa und der Wohnung alleine zu sein, ohne Hedwig machts keinen Spass, und geheuer ist es mir auch nicht (ja, ich bin ein Angsthase). Also aenderte ich meine Plaene ebenfalls kurzerhand, nachdem mir einfiel, den Machu Picchu noch nicht gesehen zu haben. Seit 5 Monaten in Peru und keins der groessten Touri-Highlights abgearbeitet, Schande!

Ich war so stolz auf den ausgetueftelten Plan, nicht auf den teuren Touri-Zug aufzuspringen, sondern in Eigenregie per Bus und Fussmarsch zur kleinen Stadt Aguas Calientes am Fusse des Machu Picchu zu gelangen. Der Reibach, der mit in der Hauptsaison taeglich hochsteigenden 1.000 Touristen gemacht wird, ist unglaublich!
Zug fast 60 Dollar, Machu Picchu 38 Dollar (waum war ich bloss nie Studentin? Mit Studentenausweis gibt's alle moeglichen Verguenstigungen sogar all over Suedamerika...), Hotel und so weiter!
In meinem 6-Bett-Dormitorio schlief auch ein Typ aus den USA, der den gleichen Plan hatte wie ich, wie sich nach 5 Minuten Gespraech herausstellte.
Die aufgrund gerade begonnener Regenzeit geaenderten Busplaene machten uns ein Strich durch die Rechnung, und somit landete ich letztendlich doch im Zug.

Nach einer Nacht im kleinen Oertchen Aguas Calientes, das staerker auf allen-Kram-kaufende-Touris gar nicht eingestellt sein koennte, ging es morgens um 06:30 mit dem ersten Bus die 400 Meter hinauf zum Machu Picchu.
Ich hatte keine grossen Erwartungen...und vielleicht gerade deshalb...






...trieb mir der erste Anblick des gesamten in Nebel gehuellten Machu Picchu die Traenen in die Augen. Ich war weniger ueberrascht von dieser ungewollten Reaktion als mehr vollkommen ueberwaeltigt von dem unglaublich wunderschoenen, mystischen Anblick der fast vollstaendig erhaltenen, leerstehenden Ruinenstadt.




Da in den Yungas, den "Augenbrauchen des Dschungels" (Uebergang vom Hochland zum tropischen Tiefland), gelegen, besteht die Flora und Fauna der Region um den Machu Picchu sowie der Berg Machu Picchu selbst aus unendlich vielen verschiedenen tropischen Pflanzen (z. B. vielen Orchideen-Arten). Die gesamte Stadt Machu Picchu wurde nachdem sie von den letzten Inkas verlassen wurde vom Dschungel ueberwuchert und dadurch sowie durch ihre perfekte strategische Lage auf der Bergspitze mit Aussicht in die wild bewachsenen Taeler nicht von den spanischen Conquistadoren und Pluenderern gefunden. Dadurch ist sie das bisher bekannte groesste komplett erhaltene Inka-Erbe der Menschheit. Die Stadt war bis zu ihrer offiziellen Entdeckung durch einen Amerikaner staendig in den nicht bewachsenen Teilen von zwei indigenen Familien bewohnt und der Quechua-Bevelkerung seit jeher bekannt. Alle Schaetze inkl. mehrer Mumien sind Geruechten und mehreren Zeugen zufolge vom amerikanischen Entdecker geraubt worden und befinden sich seitdem in der Yale-Universitaet in den USA. Wer weiss das schon, jedoch seltsam, dass kein Museum der Welt auch nur einen Gegenstand aus der umfangreichen Macu Picchu-Sammlung vorzeigen kann...











Die beruehmten Inka-Terrassenhaenge zum Feldbau und die spaektakulaere Aussicht in das Tal des Urubamba-Flusses.



Der Nebel steigt langsam auf, die Sicht wird immer besser und mehr von den Ruinen wird sichtbar...











Nach der 2-stuendigen Besichtigungstour verbrachte ich 6 weitere Stunden auf dem Berg. Kleine Wanderungen fuehren zu dem Sonnentor und einer von den Inkas gebauten Bruecke ueber eine kleine Schlucht. Das schoenste an den Wanderungen war die Landschaft!






Und das bin ich! Fuer Stunden sitzend und einfach nur guckend...