www.reiss-aus.com und www.aroundtheworldticket.de

www.reiss-aus.com und www.aroundtheworldticket.de
Neidisch? Ihr wollt auch? Was haelt euch noch?

So weit so gut

07. 03. 2010 Köln, Hamburg, Köln, Hamburg, Köln, Hamburg, Köln, Hamburg...

Samstag, Dezember 30, 2006

AMAZONAAAAAAAS, yeah!

Heiligabend verbrachte ich in Iquitos in Peru. Unbedingt mal auf der Karte suchen! EIne Stadt mitten im peruanischen Amazonasjungle, die ueber keine Strassenanbindung verfuegt und nur ueber Luft oder Wasser erreicht werden kann. Ich bin geflogen, da ich bald ja noch lange genug auf dem Boot bin.
Am zweiten Weihnachtstag startete ich mit einer Agentur und 5-koepfigen Gruppe eine 6-taegige Tour in den Jungle.


Iquitos an Heiligabend. Diese Stadt ist WAHNSINNIG! Mir gefaellt es hier supergut, weil es so anders ist als das restliche Peru. Ich fuehle mich nicht wie in Peru sondern wie...ja, einfach im Jungle. Meine Vorfreude auf Brasilien waechst nur noch mehr, gerade weil ich zuletzt einfach nur noch raus aus Peru und endlich etwas komplett anderes sehen wollte.
Die Menschen im Norden Perus und vor allem hier in Iquitos sind so unglaublich freundlich. Lange wurde ich nicht mehr einfach so auf der Strasse angelaechelt oder mit einem freundlichen "Hola" gegruesst, ohne dass verkaeuferische Absichten oder Anmachen von Maennern dahinterstecken. Kinder spielen lachend auf den Strassen, kommen angelaufen, lachen, fangen einfach an zu reden. Hier ist es so froehlich!
Diese Stadt ist voll von Motortaxen, diese Mofas, die kleine Rikscha-Wagen hinter sich herziehen. Es ist ein einziges Gewumme und Gebrumme, auch nachts direkt am Hostel-Dormitorio vorbei.
Ich habe mir angewoehnt, einfach auf die Strasse zu laufen und dann zu schauen, wie es weitergeht. Man kann sich imemr irgendwie durch die Riesenautomassen schlaengeln. Anders geht es in Arequipa, Lima und anderen peruanischen Staedten einfach nicht - Warten? Ha, dann aber ewig. (Papa, nicht drueber nachdenken;))
Hier habe ich das auch ein paar Mal versucht, aber nix da...keine Chance gegen diese flitzigen Fahrzeuge. Man steht nur zwei Schritte auf dem Asphalt, hoert ein Summen und Brummen, das wie ein gefaehrlicher Bienenschwarm immer lauten wird und schaut nach rechts...und entscheidet sich angesichts der MASSE, die da angesaust kommt, doch lieber fuer Warten. Angenehm ist dafuer aber, dass sich alle an Ampelregeln halten - nur muss ich das erstmal wieder lernen!

Dieses Bild habe ich an Heiligabend auf dem Plaza de Armas gemacht. Neben feiernden Menschenmassen auf der Strasse war die Stadt auch voll von Motortaxen, die hier im Dunkeln an mir vorbeisausen.



Eine schoene Lagune in der Naehe von Iquitos. Umgeben vom Regenwald, aber mit kuenstlich angelegtem Sandstrand, eine kleine Ausflugsoase fuer die Iquiteños.


Mir wurde gesagt, es werden frische Huehner auf die Jungletour mitgenommen. Oh ja, diese sind frisch!


Blick aus dem "Esszimmer" unseres ersten Camps durch den Moskitoschutz nach draussen. 2 Naechte blieben wir in diesem Basecamp und schliefen auf Matratzen mit Moskitonetz, hatten aber nur ein Plumpsklo und keine Dusche. Also war waschen im Fluss angesagt! Ziemlich basic (und guenstig:)), diese Tour, aber genau so wollte ich es ja auch.

Unser zweites Camp - dieses Mal im Freien. Eine Nacht schliefen wir hier, haengten unsere Haengematten zwischen die Baeume und einen Moskitoschutz drueber, der um unsere Haengematte natuerlich komplett geschlossen war.

Unser drittes Camp - ebenfalls eine Nacht, bevor es fuer die fuenfte Nacht wieder zurueck in das Basecamp ging. Wir waren im Basecamp bereits 200 km von Iquitos in westliche Richtung entfernt, fuhren fuer diese beiden Naturcamps aber noch tiefer in den Jungle. Da wir keine Motoboote hatten sondern die ganze Zeit in dem schmalen Boot durch die Gegend paddelten, waren die Wege entsprechend lang und eigentlich fast Hauptbestandteil der ganzen Tour. Genauso spannend und schoen wie nachts auf Tiersuche zu gehen, ist es, stundenlang im Boot herumzuschippern und einfach nur zu paddeln und zu gucken, gucken, gucken, hoeren, hoeren, hoeren.

Die Naechte in den Camps waren unglaublich. Einerseits nervig, ekelig, nachts manchmal sehr kalt (also ich fror!), sehr sehr feucht und moskitoreich (sooooooo unglaublich viele Moskitos! Es ist Regen- und Hauptmoskitozeit!). Andererseits so spannend, aufregend, interessant. Bei jedem Ortswechsel hoerte man wieder Geraeusche, die man vorher noch nie gehoert hatte. Seltsame Vogellaute oder witziges Gequake von Froeschen, Grillen, unheimlich laut bruellende Affen. Ich traeumte nachts in allen Naechten unglaublich intensiv und allen moeglichen wirren Quatsch. Ich wachte mehrmals auf und lag jedes Mal wie geschockt in meiner Haengematte, da ich immer aufs Neue erst wieder realisieren musste, WO ich eigentlich bin! Mitten im Jungle, von einer duennen Stoffhuelle vom wilden Leben geschuetzt! Die Geraeusche nachts waren unbeschreiblich laut und intensiv. WOW!


Von diesem kleinen Jungen, der in einem nahe gelegenen Dorf wohnt, wurden wir in den 6 Tagen bekocht. Fuer seine Familie kocht er auch taeglich und kann es wirklich gut! Natuerlich war das Essen auch sehr basic, aber fuer den Jungle echt okay. Reis, Nudeln, Kartoffeln, Omelette.

Es ist Regenzeit. Wenn mittags die Affen bruellen, regnet es nachmittags. Tatsaechlich!

Man hoert den Regen kommen. Mehrmals wurden wir beim Angeln, mitten auf dem Wasser im Boot, von ihm ueberrascht. Der Himmel zieht zu, es fuehlt sich an, als wuerde sich die ganze Welt um einen herum zusammenziehen. Ein Rauschen kommt schnell naeher, wird immer lauter, bis der gesamte Wald nur noch rauscht und schliesslich die Tropfen prasseln.


Wir kaempften uns durch viele kleine Nebenbereiche der Fluesse, winzige Seen, Mini-Fluesse neben den eigentlichen. Auf der Suche nach Piranhas, Kaimanen, Affen. Oft sahen wir Affen in den Baeumen sitzen oder aus der Ferne schreien.






Mein Heim - meine Haengematte. Jetzt habe ich mir fuer das Amazonasboot, mit dem ich bald nach Brasilien schipper, aber selbst eine gekauft, denn diese gehoerte der Agentur. Meine ist knallrot und wunderschoen:)!






Blick aus meinem Haengemattenheim.



Ja ich geb's zu, das war im Zoo...in einem ganz kleinen witzigen Zoo in der Naehe von Iquitos, der zu der Lagune gehoert, die ihr oben gesehen habt.

Eigentlich sollte ich dieses Foto retuschieren (lassen), denn die schwarzen Flecken, die dieses Froeschchen schmuecken, sind nur Schmutz. Das suesse Tierchen ist tatsaechlich ohne Ausnahme so weiss, als waere es mal in einen Eimer Deckweiss gefallen. Da der Frosch ungiftig ist, frage ich mich, warum! Mit dieser Tarnung kommt man doch nicht so weit im gruenen Jungle?

Nicht die erste Tarantel, die mir begegnete, aber mit Abstand die groesste. Ungelogen groesser als meine Faust war dieses schmucke Tierchen, das tagelang an der Wand unseres Essraums im ersten Camp hockte und wartete...ich weiss nicht mit was eine Spinne sich so den ganzen Tag beschaeftigte aber das sah nicht sehr interessant aus.

Diese liebevolle Mami, etwas kleiner als meine Faust, ebenfalls gefunden an der Wand im ersten Camp, schleppt ihre Babys in dem weissen Saeckchen unter sich herum. Innerhalb einer Woche wachsen die Kleinen so sehr, dass der Sack aufplatzt und die Spinnchen in die grosse weite Junglewelt entlassen werden.


Eine Baby-Viper besuchte uns im Camp. Dieses winzige Schmuckstueck lebt leider nicht mehr - die Agentur nannte sich zwar "Ecological Jungle Trips", einer der Guides befand es aber dennoch fuer sinnvoll, die Kleine wegzutragen und zu toeten, aus Sicherheit. Wir haben leise dumpfe Schlaege im Camp gehoert und waren ziemlich entsetzt. Sicher ist der Jungle doch nirgendwo wirklich, ich muss immer aufpassen, wo ich hinfasse und -trete. Ich bin nur Besucher im Jungle und muss mich dort anpassen!

Fleissige Ameisen, die man auf dem Foto nur schwer erkennen kann, schleppen Blaetter hochkant aufgerichtet auf ihrem Ruecken in langen Ameisenstrassen von einem Baum herunter (dort werden die Blaetter "geschnitten") und in das riesige Nest zur Bettung der Laven.

Sie arbeiten 24 STunden taeglich und schleppen ein Blatt, welches 2-3 mal groesser ist als sie selbst.

Meistens hoerten wir Affen nur schreien oder sahen sie aus der Ferne im Baum. In diesem Fall kamen sie so nah heran, dass ich die Fotos ohne Zoom gemacht habe. Naja, wir haben sie ja auch mit Bananen gefuettert:)

Donnerstag, Dezember 07, 2006

Die letzten 7 Monate

Seit fast 7 Monaten habe ich keine frische deutsche Nordseeluft mehr geschnuppert - dafuer viele andere tolle Dinge gesehen. Jetzt ist die Zeit meines Abschieds aus Arequipa gekommen (den ich immer noch ein wenig herauszoeger, eigentlich wollte ich seit 2 Tagen verschwunden sein)! Dafuer liegen jetzt einige spannende Reisemonate vor mir, auf die ich mich schon so freu. Zeit fuer einen kleinen Rueckblick in Form von Fotos - vielleicht nicht die besten, informativsten fuer euch, aber fuer mich ein kleiner Querschnitt!

Arequipa - die Stadt des ewigen Fruehlings und mein Zuhause fuer die letzten 7 Monate

Campesino auf dem Feld



Das Santa Catalina-Kloster im Stadtkern Arequipas



Hedwig und Josue in Arica

Vicky, die suesse kleine Vogelomi aus dem Altersheim, in dem ich zuletzt gearbeitet habe. Und mit 101 Jahren die aelteste!

Reisen durch Peru ohne Lamas zu fotografieren geht natuerlich nicht!

Durch die Hoehen der Anden unterwegs mit dem MMI

Eine Patientin in ihrer Tracht

Markt in La Paz

Tuerbemalung in der Militaerakademie in La Paz, in der 600 Maenner und 100 Frauen ausgebildet werden: "Unser naechster Treffpunkt - die Hoelle!"

Aligator in den bolivianischen Pampas

Zwei Maedels aus Uruguay, mit denen ich 4 Tage in Bolivien verbrachte

Meine letzte Partynacht in Arequipa - Abschied in unserer Stammbar, dem Killa!
mit Hedwig alias Maria - weil "Hedwig" fuer jeden Peruaner unmoeglich auszusprechen ist

"Jag aelskar Sverige" - zwei verrueckte Schweden, die ich in La Paz aufgegabelt habe

Unsere Freunde Jorge, der Betreiber des Killa, und Yasmani, der dort arbeitet

mit Hedwig, Jorge und Yasmani

Sonntag, November 26, 2006

Mein erster Trek!

"Damit komm ich nicht ein ganzes Jahr durch" dachte ich, als ich die Versuchung spuerte, mich wiederholt vor einem Trek zu druecken und die bequeme Busalternative zu waehlen. Das heisst nicht, dass ich gerne in einem Bus mit fetten, oberflaechlichen "Ich-bleib-nur-2-Wochen-aber-trage-die-komplette-Touri-Trecking-Ausruestung"-Touris sitze. Das heisst, dass ich generell selbst einfach faul bin.
Dieses Mal hatte mein Monster keine Chance!
Ich quaelte mich nachts um 1 aus der Wohnung - nein, ich hatte vorher nicht geschlafen, und ja, ich hatte den fuerchterlichsten Kater aufgrund des fuerchterlichsten Alkoholabsturzes meiner gesamten Arequipa-Zeit. Haette Guide Maria nicht um 18 Uhr in der Wohnung gestanden, um sich zu vergewissern, dass sie die richtige Adresse hatte, waere ich ausserdem weiterhin in dem Glauben geblieben, die Tour wuerde erst in der naechsten Nacht starten und haette nachts um 1 friedlich geschlafen!
Ein wenig chaotisch alles, aber es ging wie immer gut, und das ist ja die Hauptsache.
"Glueck muss man koennen", oder wie war das.

Nach der kaeltesten naechtlichen Busfahrt der Welt starteten wir morgens von Cabanaconde aus, und stiegen fuer 3,5 Stunden die 1.000 m tief in den Canyon hinab.
Wir ueberquerten den kuemmerlichen Fluss und assen auf der anderen Seite waehrend einer 2-stuendigen Pause zu Mittag.
Weiter ging es fuer weitere 3,5-4 Stunden bergauf, bergab, bergauf, bergab, bergauf...
Uebernachtet wurde in einfachen Camps.
Die Nachtuhe wurde gegen 2.30 unterbrochen - um 3 Uhr nachts standen wir wieder bereit zum Aufstieg!
3,5 Stunden spaeter und 1.000 m hoeher (!) erreichten wir Chivay, von wo aus es mit dem Bus zum Cruz del Condor ging.

Das ist der Canyon! Uebrigens nicht, wie immer wieder irrtuemlichweise gesagt wird, der tiefste der Welt, sondern der zweittiefste. Der tiefste ist der Cotahuasi, der auch in der Naehe Arequipas liegt, und den Colca um ganze 160 m Tiefe schlaegt. Der Colca ist mit ueber 3.000 Tiefe uebrigens fast doppelt so tief wie der Grand Canyon! Na, habt ihr schon mal in 3 Saetzen so oft das Wort "tief" gelesen?
Der kleine geschlaengelte Weg entlang des Berghanges ist uebrigens unsere Route!

Der Trek war hart und anstrengend, aber hat ungeahnt viel Spass gemacht! Die kleine Peruanerin rechts ist Maria, die diese Tour als Guide seit 3 Jahren 2 mal woechentlich unternimmt.
Unglaublich, dass in diesem Klima so viel wachsen kann! Im Canyon liegen verschiedene malerische Doerfer alter Indianerstaemme, die in ihren kleinen Gaerten unglaublich viele exotische Fruechte anpflanzen! Leider konnte ich nur einen noch sauren Apfel vom Baeumchen klauen - die Reifezeit ist noch nicht angebrochen.
Auf dem Hauptplatz eines kleinen Doerfchens im Canyon. Die Bewohner des Colcas verfuegen ueber keine Moeglichkeit, sich ueber Strassen und mithilfe von Fahrzeugen fortzubewegen. Die langen Wege hinauf in die Stadt, wo sie ihre Fruechte verkaufen, und hinunter in ihre Doerfer legen sie ausschliesslich zu Fuss und mit Mulis, Eseln und Pferden als Lasttiere zurueck.

Waehrend unseren Wanderungen trafen wir viele sehr alte Menschen, die sich auf ihren verstaubten Fuessen mit einfachen, zerfetzten Latschen immer noch taeglich auf den Weg machen! Unglaublich, welche Lasten sie tragen. Und beeindruckend, welche Freundlichkeit sie einem entgegenbringen!

Mit Mulis sich auch der Arzt bei Notfall-Einsaetzen fort. Ich brauche euch nicht zu sagen, dass dementsprechend viele Notfalleinsaetze schon keine Notfaelle mehr sind, wenn der Arzt eintrifft.


Ein Hinterhof eines fuer diese Region typischen mit Stroh gedeckten Adobe (Lehm-) haeuschens. Die auf mich zu rennende Bestie konnte mich nicht rechtzeitig vor dem Abdruecken bewahren, aber dann wurde Flucht ergriffen!


Die Wunderavocados! Einige deutsche Entwicklungshelfer wollten vor einigen Jahren die Region mit manipulierten Obst-Samen begluecken. So wurden durch Kreuzungen besonders grosse, leckere Aepfel und eben diese Avocados mit besonders cremiger Konsistenz gezuechtet. Die Folge dieser Arbeit ist, dass sich die Frau des damaligen Dorf-Buergermeisters diese bevorteilten Samen unter den Nagel riss und nun sozusagen als einzige "unter Lizenz" die besten Avocados der Gegend verkauft.

Eine typische Tracht des Colcas
Der Cruz del Condor - der beruehmte Aussichtspunkt, an dem morgens in der Schlucht fliegende Condore gesichtet werden koennen. Hier allerdings der Cruz del Condor ohne Condor - denn wir sahen nur einen einzigen chiquitito-winzigen Babycondor. Der Mirador ueberzeugte mich als von Touristen ueberfuellte Sehenswuerdigkeit, die ich weder schoen noch beeindruckend fand, ueberhaupt nicht.
Frauen breiten jeden Tag ihre Wolldecken mit Alpakka-Kleidung, Tonfiguren und anderen Touristenartikeln aus

Abschliessender Blick in das Tal - dieses wie die gesamte Landschaft rund um den Aussichtspunkt und im Canyon wunderschoen durch die vielen kleinen Doerfer!